Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung. Gerade jene Damen, die im Kinderwunsch nicht lahmen, wissen um dieses Kleinod der Weisheiten und müssen damit leben. Oder, so wie Petra es macht, gestalten die Veränderung kreativ.

Ende Juni, also in wenigen Tagen nur, findet die Hofübergabe statt und zwar im Hause Audi. Petra Pfister-Oberwimmer übergibt das Zepter der Verkaufsassistenz an Peter Jöchler, der dem Ruf Audis von VW kommend gefolgt war.

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Für den Fotografen: Aber nice gestellt!

Petra wird nach Peters Inauguration die VOWA verlassen, um sich, die familiäre Situation berücksichtigend, beruflich neu zu orientieren.

Dabei hatte sie ihren Traumjob in der VOWA bereits vor 15 Jahren gefunden gehabt.

In den Jahren vor der VOWA war Petra für geraume Zeit im Unterland tätig. Dort war sie beim Skihersteller Kneissl für das Marketing- und gleichzeitig als Assistenz der Geschäftsleitung und in Begleitung ihrer immensen Lebenslust für alles andere ebenfalls zuständig gewesen.

Inmitten von Sportlern und speedigen Typen war sie also ein hohes Tempo gewöhnt, als sie über das Inserat der VOWA stolperte, das ihr zu einem Zeitpunkt begegnete, als sie die Sehnsucht, nach Innsbruck zurückzukehren, in höchstem Maße plagte. Sie bewarb sich und war dabei.

Am 3. Februar 2003 ließ sich Petra erstmals vor ihrem neuen Schreibtisch nieder, stellte sogleich fest, dass das Sitzen nie von langer Dauer war und fühlte sich sofort wohl. In den gleichen Tätigkeitsgebieten wie bei Kneissl ging es auch in der VOWA um selbstständiges Arbeiten und darum, die Schnittstelle zwischen Personal und Geschäftsführung darzustellen. Das richtige Umfeld also, um Petras kommunikative Kompetenzen auf ihre gelassene Art zum Wohle des Unternehmens blühen zu lassen.

„Was mir getaugt hat, war, immer mittendrin zu sein. Mit den vier Marken war ständig was los, alle paar Monate hatten wir Events organisiert, um die Neuerscheinungen zu präsentieren. Es ist ja eine coole Firma und ich bin sofort reingewachsen.“

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Marketing-Profi, herzlicher Mensch, zweifache Mutter.

Das hätte alles gern so bleiben können für alle Zeiten. Der damalige Betriebsleiter, Andreas Resch, der Geschäftsführer Erwin Cassar und Petra waren ein eingeschweißtes Team gewesen, die Zeiten waren unterhaltsam und auf angenehme Weise stressig.

Petra hatte also all das, was sie sich von einem lässigen Job erwartet hatte. Und doch nicht ganz: Denn etwas wollte sie noch – und das stand im Verkaufsraum von Audi. Nein, es hatte keine vier Ringe, sondern, wie Petras Verstand ihrer Beobachtung messerscharf rückmeldete, nicht mal einen, schon gar nicht den Wesentlichen.

„Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.“ (Franz Kafka) 

Aber die Straße, lieber Franz, führte geradeaus ins Glück, der Lenker war souverän und die beiden Fahrgäste folgten in kurzen Abständen. Nach dem ersten Jahr der Karenz kehrte Petra in die VOWA zurück, jedoch nicht mehr in die vorherige Position, sondern an den Informations-Schalter. Nach der zweiten kindesbedingten Ausszeit wechselte sie als Verkaufsassistentin zu Audi. Dass sie mit nur 10 Stunden an beruflicher Beschäftigung nicht an den angenehmen Stress vorangegangener Zeiten anschließen konnte, wurde ihr aber nicht zum Zermürbnis, denn Petra nahm und nimmt ihre Rolle als Mutter ebenso leidenschaftlich wahr wie jene als damalige Assistentin der Geschäftsleitung.

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Das ist Petras Job nicht: Sie fühlt sich unter Menschen wohl, und der Bildschirm schaut so blöd.

Nun sind es die letzten Tage, an denen Petra am Hofe von Audi angetroffen werden kann und sie sieht dem Abschied mit einiger Wehmut entgegen. 15 Jahre sind eine lange Zeit und die Menschen in der VOWA sind ihr ans Herz gewachsen……

Kein Mensch ist ersetzbar, es kann höchstens ein Nachfolger kommen. Petra sucht neue Herausforderungen, sie möchte wieder unter die Menschen, will wieder Fahrt aufnehmen und, ganz so wie früher, mitten drin sein im Gewusel. Und so wird es wohl bald sein. Denn wie sagt der weise Krishnamurti?  „Der Mensch, der blüht, ist der Mensch, der ist, nicht der Mensch, der wird.“

Rock it, Petra, and farewell!


 

 

Fotos & Text © Peter Philipp 2018