Christian ist gelernter Tischler. Jawohl! Die Menschen sind vielschichtiger, als man denkt, indem man denkt, Christian sei von klein auf zu einem Markenleiter erzogen worden im elterlichen Zwang, als Bub seine Matchbox- und Majorette-Autos gewinnbringend an seine Freunde zu verkaufen.

Nichts dergleichen hat Christians Weg vorgeschrieben, im Gegenteil: Autos waren nie sein eigentliches Thema gewesen. Als Tischlergeselle aber musste er erfahren, dass der Beruf (damals) kein solcher war, mit dem man überhaupt ein Auto zu finanzieren in die Lage kam außer eines, dem man beim Rosten zuhören konnte.

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Christian zog die Konsequenzen, ging provisionsbeflügelt in den Verkauf und wurde Eiermann (heute heißt das Unternehmen Bofrost). Er plante seine Touren und handelte mit Tiefkühlkost, später und woanders mit Kopiergeräten und Druckmaschinen.

Per Zufall landete Christian danach in der Autobranche, indem er eine Stelle bei der Firma Denzel annahm und fortan 三菱s (Mitsubishis) verkaufte. Nach vier Jahren wechselte er zur Firma Resch nach Rum, welche bald darauf von der Firma Mühlbacher übernommen wurde und Christian fand sich in Kematen wieder, inmitten von 本田技研工業株式会社 (Hondas), Jeeps und Land-Rovers.

Und nun kommt eine wichtige Information für all jene, die gute Kuchen backen können: Jetzt und ganz genau vor 20 Jahren trat Christian seinen Dienst bei Volkswagen – Nutzfahrzeuge in der VOWA an. Keiner der Verkäufer ist länger dabei als er, ausgenommen einzig der Audimann Martin.

Damals, als Christian zur VOWA kam, war bei VW – Nutzfahrzeuge der T4 aktuell. Klingt nicht nach solange her, da wir momentan beim T6 halten. Allerdings dauern die Modellzyklen beim Bus traditionell weit über eine Dekade hinweg an……

Nach nur einem Jahr, also 1999, war Christian bereits in die Position des Markenleiters „reingerutscht“, wie er sagt. Damals war die ABS-Technik halt noch nicht so verbreitet wie heute, aber es sei auf technischer Ebene in den letzten 20 Jahren insgesamt unheimlich viel weitergegangen.

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So verlangt der Verkauf von mittlerweise hochkomplexen Fahrzeugen einen hohen Bildungsgrad bezüglich des notwendigen Fachwissens, denn die Kundschaft möchte auf eine Weise aufgeklärt werden, welche sie die Themata verstehen lässt. Es gehöre zu den Grundbedingungen in diesem Beruf, beständig das Neue mit zu erlernen.

Ebenfalls komplexer geworden sei die Verkaufsabwicklung mit den KundInnen selbst, so Christian, denn die Menschen hätten sich insgesamt geändert. Kamen sie vor 15, 20 Jahren ein- oder zweimal in der VOWA vorbei, um das Auto ihrer vermeintlichen Wahl gemütlich zu begutachten und dabei mit dem Verkäufer eine Tschick zu rauchen, wird heute erst nach drei bis fünf Besuchen ein Vertrag definitiv besiegelt. Und das mit ohne Tschick.


Christians Leitsatz erfordert von ihm selbst, andere Menschen genau so zu behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte. Diese Prämisse kann nicht fehlgehen, womit Christian nach wie vor sehr gerne mit Menschen zu tun hat und manchmal vom Gefühl ereilt wird, dass sich die Leute und vor allem die Stammkunden in seinem Reiche wohl fühlen. Sie bemerken, dass hier alles funktioniert, wie es soll und wenn der Urheber dieser emotionellen Sicherheit Christian selbst sein sollte, so wird er höflichst darüber schweigen.

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Wer nun Christian zu seinem Jubiläum gratulieren möchte, findet ihn in obigem Gebäude! Es wird wohl aber nicht das letzte Jubiläum sein, das er in der VOWA begeht, denn Christian bleibt dem Unternehmen weiterhin treu. Und lasst uns wetten: Mindestens bis zum T8!

Gratulation, lieber Christian!!


 

Text & Fotos © Peter Philipp 2018