14 Mitarbeiter sind in der VOWA für ein von außen unsichtbares Areal zuständig, dessen Innenleben nicht nur sehr großräumig, sondern auch sehr komplex ist: Das Ersatzteillager. Dabei ist ein Mitarbeiter für die administrative Bestellung zuständig, zwei für das Zubehör, zwei für die Betreuung der Privatkunden, zwei für die Betreuung der Fremdfirmen (externe Spengler/Lackierer), weitere zwei für die Warenübernahme und das korrekte Einordnen im Lager und vier kümmern sich um die Teileversorgung der hauseigenen Werkstätten.

Und einer trägt für Alles die Verantwortung: Peter Payr.

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Peter hatte einst eine kaufmännische Lehre gemacht und wollte eigentlich Fernmeldemonteur werden, als ihn, einer Bestimmung gleich, der Ruf der VOWA ereilte. So ließ er sich im ehemaligen Zentralersatzteillager in Hall i. T. einschulen.

Bald darauf wechselte er ins Ersatzteillager Innsbruck und er erinnert sich gern an seinen Chef, unter welchem er sich ohne Druck oder Angst vor Fehlern entfalten konnte. Als der Chef nach Salzburg wechselte, nahm Peter dessen Platz ein. Diese Position bereichert er nun mit einem Erfahrungsschatz, den er in einem Zeitraum von beinahe einem halben Jahrhundert zusammengetragen hat – Peter arbeitet jetzt seit 45 (!) Jahren in der VOWA.


Als er zu Beginn seiner Tätigkeit, also in den Siebzigern, nach einem NSU-Ersatzteil suchte, so geschah das in einem armdicken Almanach aus Papier. Später hielten die Mikroplanfilme Einzug – hunderte von kleinbedruckten Folien, die in einen Projektor mit zwei Rändelrädchen eingelegt wurden und mit den Skizzen bzw. deren Ersatzteil-Nummern bedruckt waren. Diese Daten wurden erst viel später digital erfasst und bilden heute den ETKA, den elektronischen Teilekatalog.

Die Umstellung auf die EDV war in diesem Bereich eine große Verbesserung, ohne die es heute gar nicht mehr ginge, so Peter. Das leuchtet ein, denn tritt Peter aus seinem Büro, steht er in einer Halle mit ca. 10.000 einzelnen Teilen, deren Überblick zu bewahren einer logistischen Grundordnungssuche gleichkommt.

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Die ständige Kontrolle sei das Wichtigste, sagt er, vorausschauende Planung ebenfalls. Ganz grundsätzlich sei es so, dass das EDV-System auf automatischen Nachschub eingestellt ist. Das bedeutet, daß sich Artikel, die häufig gebraucht werden (wie Wartungsteile/Verschleißteile), aufgrund ihrer Gängigkeit von selbst für die Sammelbestellung, die alle 2 Wochen aus dem Zentrallager in Salzburg kommt, qualifizieren.

Dieses System sollte, wenn dessen Parameter gut eingestellt sind, nicht geändert werden, wenngleich ein manuelles Eingreifen möglich ist, wenn es der Bedarf erfordert. Denn letztlich sei es ja auch eine Frage des verfügbaren Platzes, der gerade durch große Artikel wie zB Stoßstangen schnell mal knapp werden kann.

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Die Logistik beginnt also im Kopf und fragt man Peter nach den wichtigsten Fähigkeiten, über die man verfügen sollte, um nicht im Teilemeer verdrossen unterzugehen, wird er als Erstes sagen: mathematisches Denken! Das Ersatzteil-System basiert nämlich auf einem 9-stelligen Code und wer bar jeden Verständnisses für Zahlen ist, wird hier nicht alt. Zwar sei das System relativ einfach, aber eben erst dann, nachdem man es begriffen hat. Manche begreifen schon nach zwei Wochen, andere nie……

Wir halten fest: Zahlenverständnis, Genauigkeit, logistisches- und vorausschauendes Denken, Übersicht, Kontrolle. What else, Peter?

Wichtig sei auch die Pflege des menschlichen Umganges miteinander. Sei es im Team an sich oder mit den Kunden, von welchen viele schon seit Jahrzehnten Ersatzteile über die VOWA beziehen. Dazu zählen, wie schon erwähnt, sehr viele Spenglereien und Lackierereien, die auf einen funktionierenden Service angewiesen sind und den Peter stets zu garantieren sucht.

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Der Verschleiß ist der Retter der Volkswirtschaften.

Peters zwei- bis drei Runden, die er täglich durch das Areal der VOWA zieht, dienen jedoch nicht allein dem unterhaltsamen Plausch quer durch alle Abteilungen, sondern seinem Anliegen nach der Information auf kurzem Wege. Durch sein persönliches Erscheinen ist er immer auf des Wissens letztem Stand und kann im Falle einer Anforderung, eines Problems oder dringenden Bedarfes sehr schnell reagieren.

Zurück in seinem Büro und an seinem unmenschlich ordentlichen Schreibtisch braucht Peter seinen Blick nur nach rechts oben zu richten, um eine der Formen tiefster Menschlichkeit zu erblicken: Da stehen nämlich die Bilder seiner drei noch recht kleinen und unglaublich süßen Enkel. Nicht alles kann man planen, so Peter. Die wichtigsten Dinge im Leben werden im Wunsche erträumt……


 

 

Fotos & Text © Peter Philipp 2018