Markus Berndlbauer höchstselbst geleitet uns zur Kosmetikabteilung der VOWA und erzählt am Weg noch einen Witz: Was sucht eine Blondine im Reisfeld? Uncle Ben´s!

Die Kosmetikabteilung, also der Ort zur Aufbereitung der Innenräume der Autos, ist eine kleine Halle an der Nordseite des Hauses. Gut fünf Autos haben darin Platz und drei Gentlemen versorgen hier die Wagen mit gründlicher Hygiene. Die drei Herrn grüßen sehr herzlich und versprühen dabei den Flair jener Gastfreundschaft, für welche ihre Herkunftsländer Bosnien und Serbien bekannt sind. Und plötzlich sind sie alle weg. Stille. Leere.

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Natürlich müssen sie manchmal weg, denn sie haben gerade eine Runde beendet, bringen die Autos zur Waschstraße, parken sie zur Übergabe ein und werden gleich mit drei weiteren zu reinigenden Autos zurück sein.

Und da sind sie, die drei: Rasim Buljubasic, Bojan Stojadinovic und Senat Hasanovic, die drei Musketiere! Diese Bezeichnung bekommen sie hier aber nicht verliehen, nur weil sie zu dritt sind, sondern weil ihr Tun einem „einer für alle – und alle für einen“ gleicht.

Und nun legen sie los: von 0 auf 100 in einer Sekunde! Das ist Autoputzen im Zeitraffermodus und im perfekten Zusammenspiel Rasims, Senats und Bojans geht es zur Sache. Der eine macht die Scheiben und das mit eleganten, aber unfassbar flotten Bewegungen, während der andere die Oberflächen behandelt und ebenso windeseilig dabei ist. Der Dritte rüsselt mit dem Saugrohr das Auto aus und das geschieht in einer Choreografie, die nach zehn Minuten bravourös abgespielt ist. Danach wechselt das Szenario, in dem Senat die Scheiben übernimmt, Rasim die Kunststoffe und Bojan den Rüssel. Während das Zusehen großen Spaß macht, hören sie plötzlich auf. Fertig! Dann springen die drei in die drei Autos und bringen sie zu Markus an die Waschstraße.

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Vierzig bis sechzig Autos kommen jede Woche allein aus der Spenglerei, dann noch jene von den Mechanikern und auch noch die Leihautos werden auf diese Weise aufbereitet. Bojan vergleicht die Arbeitstaktung mit einem McDrive…..wobei der Unterschied doch ins Auge sticht: Im McDonalds stehen sich die Bediensteten gegenseitig im Weg, hier jedoch nicht. Die Methode, stets an zwei Autos gleichzeitig zu arbeiten, vermeidet auf geschmeidige Art Kollisionen und überhaupt ist das Team so aufeinander eingespielt, dass man an Automatisierung zu denken wagt.

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Bojan ist „erst“ seit 8 Jahren dabei, Senat seit 12, Rasim feiert im Dezember sein 20. Jahr in der VOWA und wir gratulieren mit einem Kniefall und einem Kuss des königlichen Ringes. Bojan und Senat küren ihn als Chef, aber wie sieht sich das Team selbst? „Spaß ist wichtig und wir haben immer eine Gaudi!“, meint Bojan. Um das ginge es nämlich und nicht nur im Team, sondern auch in der ganzen Firma und im Leben selbst.

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Ob es sehr anstregend sei, so über den Tag, die Wochen, die Jahre diesen Job zu machen? Rasim balanciert aus: Nein, es gleiche eher gymnastischen Übungen als der Plagsal einer Baustellenarbeit. Tatsächlich scheint die Tätigkeit yogistischen Bewegungsabläufen näher als jene der Vierkantholzträger, Stahlbetongießer oder Deckenmaler. Trotzdem erfordert die Tätigkeit eine gewisse Fitness, die man aber wahrscheinlich dadurch bekommt, indem man sie täglich ausführt.

Und man will gar nicht wissen, wie denn der Laden läuft, wenn da mal einer krank wird. „Ja, dann wird es schon stressig…..“. Da motiviert nur noch das Foto von der eigenen Frau vom letzten Sommer, wahrscheinlich.

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Alles in Allem: eine große Show! Und das bei freiem Eintritt!


 

 

Fotos & Text © Peter Philipp 2018