Mit juvenilem Schwung rauscht sie ums Eck, grüßt mit einem erfrischenden „Haaaallo!“, lässt sich elegant in den Sessel gleiten und welcher Laune man eben noch gewesen sein mag – nun ist sie bestens. Frau Vowa flutet mit ihrem Lachen den Raum und strahlt wie Matrix-LEDs, bis alles Dunkel geflohen ist.

Frau Vowa heißt im richtigen Leben Johanna Zöschg-Lueger und warum sie einst Frau Vowa genannt wurde, liegt an einem historisch erklärbaren Umstand: Johanna war vor 25 Jahren die einzige Telefonistin in der Vermittlung der VOWA, weshalb das Telefon mit „VOWA, Grüß Gott“ abzunehmen genügte. Heute aber sind die Damen in der Vermittlung zu siebt und sieben Frau Vowas würden nach außen hin ein Bild abgeben, als hätte sich der Betriebsleiter einen Harem zugelegt.

Vor 25 Jahren also begann die aus dem steirischen Eisenerz stammende Johanna in der VOWA an der Rezeption zu arbeiten – der Umgang mit Menschen war der gelernten Hotelfachfrau ja nicht fremd. Warum sie sich überhaupt für diese Stelle beworben hatte, lag an ihrer Freundin Andrea. Diese befand, dass Johanna, welche zu dieser Zeit an 7 Tagen pro Woche ein Lebensmittelgeschäft betrieb, blendend in die VOWA passen würde. Und tatsächlich waren die beiden kurz darauf das dynamische Duo der „Damen vom Grill“, welcher man sich heute noch gern als melting-pot in der VOWA-Geschichte erinnert. Nicht wenige der damaligen KundInnen kamen sehr gern persönlich vorbei, um bei Johanna einen Termin zu vereinbaren und zugleich bei Andrea einen Kaffee zu nehmen, wohl auch deshalb, wie Johanna meint, weil die Menschen früher noch mehr Zeit gehabt hätten.

Die Damen vom Grill (Foto © Tiroler Tageszeitung)

Nach einer Zeit aber mehrten sich die Aufgaben und Johanna bekam einen neuen Arbeitsplatz inklusive Computer, später sogar eine erste Kollegin und man kümmerte sich um das Telefon, die Leihautos und den Service. Dass das Team auf die heute tätigen sieben Mädels angewachsen ist, spiegelt die Entwicklung der VOWA im Laufe der Zeiten wieder…..

Es sei im Vergleich zu heute eine andere Welt gewesen, denn hatte Johanna einst die Termine mit Kugelschreiber und Kalender vereinbart, so ist das selbe Thema heute ungleich komplexer. Ein sehr genaues Hinterfragen der Anliegen sei der erste Schritt zu einem vollkommenen Kundendienst, das Weitervermitteln an die richtige Adresse der zweite..

Johanna meint, sie bilde sich sogar ein, die KundInnen schon am Klang und Ausdruck derer Stimmen den genau richtigen Kundendienstberatern zuordnen zu können, denn die gemeinsame Chemie helfe beiden Seiten sehr in der erfolgreichen Behandlung der Anfragen.

Die Meisterschaft der perfekten Kundenbetreuung beherrscht Johanna, wie sie betont, jedoch nicht als Einzige, sondern alle Mädels würden alles wissen und können. Auch streicht sie die positive Grundhaltung ihres Teams heraus, das auch an bewegten Tagen mit einem Schmäh auf die Belastungen reagiert, der sonnig genug verabreicht die Stimmung im tiefgrünen Bereich zu halten vermag.

Sanguinische Tendenzen lassen sich also im gesamten Team verorten, aber wenn jemand früh morgens trällernd vom Bette ins Bad tänzelt, so handelt es sich gewiss um Johanna. So ist sie: Sehr positiv getaktet, einfach gut drauf, sie lacht gerne und weiß darum, ein Albtraum für Depressive oder Morgenmuffel zu sein.

Um 6:30, also lange vor Dienstbeginn, beginnt Johanna damit, in der VOWA ganz gemütlich alles herzurichten, vorzubereiten und einzuschalten aus dem Grund, weil sie das liebt. Und trotzdem wird sie ihre zweite Familie, wie sie die VOWA bezeichnet, im Dezember verlassen. Johanna wird nämlich in Pension gehen. Reflexiv fragt man sich, wie jemand wie Johanna schon in Pension gehen kann einerseits, andererseits gehen sich die Begriffe Johanna und Ruhestand nebeneinander auch nicht aus bei dem hochenergetischen Typ, der sie ist.

Jedoch: Johanna hat einen Mann und einen erwachsenen Sohn, beide haben ihr Business am Laufen und Johanna wird ihre Qualitäten dort sinnstiftend einbringen.

Um mit Johannas gut getunter Lebenshaltung zu schliessen, wollen wir uns in Erinnerung bringen, dass jedes Ende der Anfang von etwas Neuem ist. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…..

Es wird im Dezember aber auch das letzte Kapitel der Damen vom Grill für die VOWA geschrieben worden sein, denn Andrea hatte am 28. Feber ´19 ihren letzten Arbeitstag im Café…..

PS.: Farewell, Andrea und danke für den Kaffee……