Es gibt Menschen, welche dem Hadern zugeneigt sind und den Wendungen ihrer Leben mit fragender Verwunderung begegnen. Sie wägen das Unwägbare eintausend Male ab, um sich ihrer Unsicherheit zu versichern. In voyeuristischer Hingabe vertilgen sie die Geschichten jener, von deren aufregenden Leben im Boulevard berichtet wird und erblinden davor im brennenden, aber streng geheimen Neid aufgrund ihrer persönlich empfundenen Bedeutungslosigkeit.

Doch ein jeder ist seines Glückes Schmied, wie es heisst, weshalb Menschen, welche ihre Leben gestaltend in die Hände nehmen und bar jeder angstdurchwirkten Selbstumzäunung etwas, das ihnen in den Sinn kommt, einfach zu tun trachten, zumeist über recht zufriedene Gemüter verfügen.

Einer, dem seine Zufriedenheit mindestens zweimal pro Woche selbst angenehm auffällt, ist auf dem Weg zum Audi-Verkäufer in der VOWA: Peter Jöchler, 24 Jahre jung, gehört nicht zu dem in der Einleitung charakterisierten Menschentypus, sondern ist im Gegenteil einer, der weit geöffneten Geistes stets auf dem Sprung ist, seine Neugierde mit frischen Reizen zu füttern, um den hitzigen Durst nach dem Leben mit Erfahrungen zu kühlen…..

Peter, Pilot.

Somit hat Peter trotz seiner Jugend schon eine Menge zu erzählen, denn sein bisheriges Walten auf dieser Erde ist einem Entdeckertum unterworfen, dessen fokussiertes Subjekt seines Interesses er selbst darstellt. Peter ist aber kein Egozentriker, sondern ein Eroberer.

Schon während der Schulzeit hatte sich die Frage aufgeworfen, wie denn das Leben als Landwirt etwa sei. Um es rauszufinden, absolvierte Peter die Landwirtschaftsschule in Rotholz. Nach dem Abschluss wollte er wissen, was man im Holzbau noch alles machen kann neben dem, was er in Rotholz gelernt hatte und begann daraufhin die Lehre als Zimmerer.

Unmittelbar danach lernte Peter, wie man ein Land verteidigt und welchen kulinarischen Zugang zur Sicherung des Überlebens man beim Heer so pflegt. Durch diese Erfahrung an programmatischem Mangel keimte im Genussmenschen Peter ein Gedanke, der nach Ableisten des Grundwehrdienstes in die Tat umgesetzt wurde: Der Handel mit Luxus-Fleisch!

Dabei handelte es sich um edle Filetsteaks vom Wagyū, also vom japanischen Rind (fälschlicherweise häufig als Kobe-Rind bezeichnet), welche dem Gaumen des Gourmets als kostbare wiewohl kostspielige Delikatesse schmeichelten. Vornehm in Holzkistchen gebettet verkaufte Peter das stark marmorierte Fleisch direkt an die Gastronomie. In diesem Zusammenhang ergab sich der nächste entscheidende Schnittpunkt, nämlich die Philosophie um den zum Fleisch passenden Wein.

2014 durfte Wagyū erstmals nach Europa importiert werden. Peter zählte also zu den early-adoptern (Foto © Peter Jöchler)

Um dieser Frage in Peters üblicher Gründlichkeit nachzugehen, entschloss er sich dazu, ein Praktikum auf einem Weingut zu machen. Im südsteirischen Sausal lernte Peter auf den Rieden rund um Österreichs höchstgelegenen Weinbauort Kitzeck und im Keller des altehrwürdigen Weingutes Wohlmuth den Ablauf der Vinifikation in allen Facetten kennen.

Schon sehr bald regten sich Peters Talente für Marketing und Verkauf zu Wort im Erkennen, dass man mit gewissen Kombinationen und Zubereitungsarten von Fleisch und Wein im Rahmen von Genuss-Events, welche er allsobald organisierte, Menschen dazu begeistern konnte, diese Events zu besuchen einerseits und die Produkte zu erwerben andererseits.

Das Leben, eine Schule: Peter beim Drift auf Wasser

Jedoch: Trotz dieser Entwicklung und trotz der Schönheit der österreichischen Toskana fehlte ihm die Traktion seiner Heimat sehr. Der irische Schriftsteller George Augustus Moore hatte Peters Dilemma schon vor 100 Jahren in 2 Sätzen formuliert: „Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden.“

Wieder in Tirol zurück und überlegend, was ihn als nächstes reizen würde, jobbte Peter als Glaser (weil ihn das interessiert hatte). Als schöngeistiger Mensch empfand er aber schon seit Lebzeiten eine stabile Verbindung zu wohlproportionierten, luxuriösen Autos und seine Leidenschaft zu Marketing und Verkauf mündeten in einer Initialbewerbung bei der VOWA, um Audi-Verkäufer zu werden.

Peter beim Drift auf Schotter

Peter wurde zum Gespräch mit Alois Holjevac geladen, der ihn an Geschäftsführer Erwin Cassar empfahl. Sowohl Alois als auch Erwin erkannten das Potential des motivierten jungen Mannes und Erwin bestellte ihn zum Verkaufsassistenten bei VW. Ein Jahr später beerbte er Petra bei Audi und erfreut sich nun tagtäglich an der Schönheit seines Arbeitsplatzes, umgeben von Audis wie dem Q8, A6, A8, A1 oder e-tron.

Nun ist Peter also bereits seit 2 Jahren in der VOWA. Wohin geht´s als nächstes? Peter winkt ab – er denke momentan nicht daran, wieder zu gehen, im Gegenteil (und denkt man weiter, kommen einen Martin, Peter, Fritz oder gar Helmut in den Sinn…..). Nein, denn man kann sich ja auch außerhalb des Beruflichen kreativ weiterbilden. So findet man Peter nun regelmäßig am Flughafen Innsbruck wieder, wo er Windenstarts im Segelflieger trainiert.

Peter mit Propeller (Foto © Peter Jöchler)

Später möchte zumindest noch der Schein für den Motorflieger hinzukommen, aber wer weiß, womöglich wird Peter ja noch der Pilot geworden sein, der die ersten von Nibiru georderten warpgetriebenen Audis durch die Raumzeit überstellt haben wird. Er sieht sich nach 24 weiteren Lebensjahren jedenfalls in einem Cockpit sitzen.

Was in der Zwischenzeit noch alles geschehen wird, lässt Peter völlig offen. Denn erstens blickt er nicht einsam und allein in die Zukunft, sondern gemeinsam mit einer klugen Frau, und zweitens will der Weltgeist ihn ja nicht engen. Warum wird denn sonst behauptet, die Welt sei groß und weit? Weil sie es eigentlich ist. Jedenfalls für Menschen wie Peter Jöchler!

Text & Fotos © Peter Philipp 2019