Vorweg: Nachdem nun Porsche InterAuto die Social-Media-Sparte internalisieren will, fallen die externen Kanäle weg, was heisst: Dieser Blog wird mit Ende März 2020 seine Pforten schließen.

Die Zahl der zu verfassenden Beiträge ist also überschaubar und bevor wir ins Thema einsteigen: Danke für Eure Treue und die zahllosen Abonnements. Weiters bedanke ich mich (hier öffentlich, persönlich hatte ich das schon einzeln getan) für Eure Mails. Und weil mir wichtig ist zu beantworten, um was Ihr mich gefragt hattet, werde ich nun, im Angesicht des Endes, darauf eher eingehen als gedacht.

Es gab drei Themen, die am Häufigsten nachgefragt wurden: No.1 waren Heiratsanträge. No.2 war der Klimawandel/E-Mobilität und No.3 war die Frage danach, wie man denn ein Auto am Besten ablichtet. Obwohl mir ein Lächeln entschwindet ob der Diversität der häufigsten Anfragen, bin ich letztlich froh, dass Euch Umweltthemen doch näher gehen als ein gutes Bild von Eurer Karre oder dem Bedürfnis nach Paarung! Wir beginnen also mit Thema 2. Thema 1 ist schon erledigt.


Ein möglichst objektives Bild zu bewahren war die Direktive während des Schreibens und des Recherchierens, was auch in der Lektüre der Artikel nachvollziehbar sein sollte. Trotzdem sei nicht verschwiegen, dass der plötzliche Auftritt Greta Thunbergs und die darauffolgende Hysterie allgemeine Skepsis zur Folge hatte. Denn der Glaube an Zufälle war schon lang zuvor erloschen…..aber dazu später mehr.

Einstieg ins Thema:

Die betrübliche Situation ist nämliche: Zum ersten Mal in der Geschichte gehen Menschen weltweit auf die Straße, um einzufordern, mehr Steuern zahlen zu sollen. Das folgende gesetzliche Konstrukt steht bereits in den Startlöchern und heisst: CO2-Steuer. Wie bringt man die Menschen dazu, sich irrational zu verhalten und was hat es mit dem Klimawandel generell auf sich? Inmitten der Hysterie versuchen wir, das mal in Ruhe aufzuarbeiten:

Überall liest man von CO2 als Klimakiller – dieses Gas wird dafür verantwortlich gemacht, die Ursache für das Steigen der Temperaturen zu sein. CO2 als Emissionsbeiwerk der Industrie und des Transportes und daher vom Menschen verursacht.

Aber die Wissenschaft befindet sich gleichzeitig in der größten Krise ihres Bestehens, zumindest seit Galilei und, um gleich zum Hauptpunkt dieses Artikels zu kommen und Galilei: es ist eine Glaubenskrise. Die Wissenschaft sollte doch vor allem das nicht tun: glauben.

Rot oder blau?

Wir geben den beiden einander diametral gegenüberliegenden Seiten Farben, um es einfacher zu machen.


Der Klimawandel ist das Thema unserer Zeit (bis zum kommenden Finanzcrash) und es erlebt gerade seinen großen Hype, indem es unangenehm werden kann, wenn man sich nicht der offiziell dargestellten Sachverhalte fügt. Denn Blau sagt: So ist es! Rot dagegen sagt: Nie und nimmer!

Obwohl wir alle sehen können, dass der Diskurs um den Klimawandel bereits eine religiöse Dimension angenommen hat, muss man sich die Frage stellen, wie das in der Disziplin einer Wissenschaft überhaupt möglich sein kann.

Denn sollte sich die Wissenschaft, in diesem Fall die Klimatologie / Meteorologie (und andere) nicht auf Beobachtungen bzw. Messungen stützen, welche eine untersuchte These entweder beweisen oder widerlegen?

Wissenschaft ist kein demokratischer Mehrheitsentscheid, sondern basiert auf Beweis und Gegenbeweis. Solange keiner von beiden gegeben ist, bleibt die These eine These und somit ein Glaube, aber kein Wissen!


Wenn in den letzten Monaten nun Rot massiv gegen Blau aufbegehrt, fragt man sich, worin denn die Krux liegt. Blau ist in diesem Falle der IPPC, also der Weltklimarat, sind die Medien und die darangehängte Politik. Rot sind unabhängige Wissenschaftler oder Institute und diese richten sich zuerst mal gegen die verbreitete Information, dass quasi alle Klimawissenschaftler der Ansicht wären, der Klimawandel sei menschgemacht.

Korrekterweise sei angefügt, dass der IPCC ein politisches Institut ist, dessen Gründungsauftrag war, zu beweisen, dass der Mensch schuld sei am Klimawandel. Das mag Rot nicht so!


Worin liegt nun der Dissens? Gibt es überhaupt einen Konsens in irgendeinem Punkt? Ja: Niemand bestreitet, dass sich die Temperaturen gerade erhöhen und dass es auch mehr an CO2 in der Atmosphäre gibt.

Keine Übereinstimmung herrscht dagegen in der Frage, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Temperaturanstieg und CO2 existiert. Oder, um es anders zu formulieren, ob zuerst die Temperaturen steigen und sich danach das Volumen an CO2 in der Atmosphäre erhöht oder umgekehrt.

Blau sagt, dass die anthropogenen Emissionen durch die Verbrennung fossiler Energieträger bewirke, dass der CO2-Gehalt der Luft ansteige und weil CO2 ein reaktionsfreudiges Gas sei, weniger an Wärme ins Weltall, sondern an die Erdoberfläche zurückgestrahlt werden könne.

Es begünstige somit den Treibhauseffekt, wodurch die Temperaturen in die Höhe gerissen würden, sodass die Polkappen, das Grönlandeis und die Gletscher schmölzen, die Ozeane übergingen und es vorbei sei mit der bewohnbaren Komfortzone für die Menschheit.

Rot sagt, dass die Ansicht von Blau den 2. Hauptsatz der Thermodynamik massiv verletze und dass in der Klimawissenschaft der Beweis dafür, dass CO2 mit einem Temperaturanstieg in Verbindung gebracht werden könne, schlicht noch nicht erbracht sei. Man solle aber eher davon ausgehen, dass das in den Weltmeeren oder Tundraböden gebundene CO2 erst durch höhere Temperaturen ausgelöst werden könne (Ausgasung).


Soviel zum Konflikt. Wie kann es aber nun sein, dass, solang es scheinbar keine hieb- und stichfesten Beweise gibt, eine Seite, in diesem Fall die blaue, eine solch eindeutige Meinungshoheit innehat, während die Gegenmeinung so gut wie kein Gewicht in der öffentlichen Darstellung bekommt?

Die Debatte um die Beweisführung scheint erledigt, was nicht wissenschaftlich ist, denn wenn das, was eine unbewiesene These ist, falsch sein sollte, dann sind sämtliche darauf aufbauenden Konsequenzen ebenfalls falsch und die Folgen mit all ihren horrenden Kosten für uns alle extrem teuer und riskant.

Und dabei geht es hier nicht um Plastik im Meer und damit Nanoplastik im Meersalz, Radioaktivität in der Luft über die völkerrechtswidrigen Kriege mit Uranmunition, radioaktives Krypton aus den Atommeilern oder die künstliche Beeinflussung des Wetters. Das kostet extra.

Wir kommen zum amerikanischen Wissenschaftler Michael Mann vom IPCC mit seiner zu Ruhm gekommenen Hockeyschlägerkurve. Welche heißt deswegen so, weil der prognostizierte Anstieg der Temperaturen ab einem gewissen Zeitpunkt (jetzt) steil nach oben ansteigt und der voraussetzt, dass CO2 die Ursache dafür sei.

Dieser hockeystick bzw. dessen Rohdaten bilden die Grundlage sämtlicher Klima-Rechenmodelle des IPCC und ist Mittelpunkt des Krieges zwischen Weltklimarat und dem Rest der Wissenschaft. Michael Mann ist in der Fachwelt von Blau so etwas wie eine gottgleiche Erscheinung und selbst der Climate Gate, der so genannte Skandal um geleakte e-mails des IPCC, konnten ihn nicht vom Thron stürzen.

Zitat aus dem Spiegel Online vom 3. Mai 2010:

„Um eindeutige Kurven zu erhalten, mussten die Forscher freilich ein wenig nachhelfen. In der wohl bekanntesten E-Mail der „Climategate“-Affäre schrieb Phil Jones, er habe Manns „Trick“ angewandt, um die „Temperaturabnahme zu verstecken“. Die Originalformulierung „to hide the decline“ wurde inzwischen sogar zum Refrain eines Liedes über den Skandal – und sie wurde von republikanischen Politikern in den USA weidlich zitiert, um die Klimaforschung zu diskreditieren.

Doch was nach Betrug klingt, erweist sich als Notlösung: Baumringdaten zeigen seit Mitte des 20. Jahrhunderts keine Erwärmung mehr – und stehen damit im Widerspruch zu den Temperaturmessungen. Diese offensichtlich falschen Baumdaten wurden mit dem umgangssprachlichen „Trick“ aus Temperaturkurven getilgt.“

Das war 2010, in einer Zeit, in der noch kritische Artikel über den Klimawandel in den Medien möglich zu sein schienen, während heute ein regelrechter Konsens herrscht – Blau herrscht!

Es war aber auch die Zeit, als sich die Industrie anschickte, sich dem Thema zu widmen, entweder wegen der Aussicht auf enorme Profie oder aus der Angst vor dem Untergang: Blau war und ist die Seite der „nachhaltigen, weil erneuerbaren Energien“, also im Wesentlichen Solar- und Windenergie, während Rot aus Öl, Kohle oder Uran Energie produziert.

Natürlich – und das werfen beide Seiten einander stets vor – sei Lobbyismus im Spiel und natürlich schickte Rot einen Rohrspatzen, der den Climate Gate nutzen sollte, um Blau zu diskreditieren.

Das war zwar nicht sehr sportlich von Rot, aber Blau ist andererseits bis zum heutigen Tage nicht bereit, die Rohdaten seiner Rechenmodelle anderen Wissenschaftlern zur Verfügung zu stellen, um den hockeystick nachvollziehen zu können. Das ist in den Wissenschaften absolut unüblich.


Nebenbemerkung: Rot versuchte, den hockeystick in eigenen Rechenmodellen und auf eigene Daten basierend nachzuvollziehen, was ihm nicht gelang. Es hängt also von den Daten ab, die nun richtig, weniger richtig oder falsch sein können und je nachdem sieht unsere Zukunft klimatisch jeweils völlig unterschiedlich aus.

Weil das Klima ein chaotisches System sei, schreibt der IPCC ja selbst: “In climate research and modeling, we should recognize that we are dealing with a coupled non-linear chaotic system, and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible.” (TAR 2001, S. 774)


Der Rohrspatz jedenfalls war erfolgreich, denn in den USA ist der anthropogene Klimawandel ein höchst marginales politisches oder gesellschaftliches Thema, wie kürzlich auch Greta Thunberg festzustellen hatte (dazu später mehr).

Ganz im Gegensatz zu Deutschland, übrigens, das nun als Klimavorreiter auf eigene Faust die Welt retten will, während die USA, Indien oder China dabei sind, über eintausend (!) neue Kohlekraftwerke zu planen / zu bauen.

In Japan, welche nach Fukushima 2011 Kohle als Energieträger als sicherer zu empfinden lernen sollten, sind 45 Projekte am Start, während in der EU „nur“ 27 Kohlekraftwerke geplant sind.

Das darf man wissen, wenn der nächste Klimagipfel ansteht und die PolitikerInnen mit ihren Jets eingeflogen werden. Nicht alle werden vorhaben, etwas für die Gesundheit der Erde zu tun, sondern einfach dabei sein, die Zeit absitzen, gut essen und wieder heim fliegen. Und andere werden erst gar nicht kommen…….

Ja, ein gewisses Maß an Zynismus dient schon dem inneliegenden Humor aufgrund dessen tragischer Dichte. Dies ist eine denkwürdige Zeit. Denn welcher Seite sollte man noch überhaupt Glauben schenken?

Anstatt die Menschheit zu einen durch die gemeinsame Bemühung, das Klima zu retten, stehen wir vor dem Phänomen, eine tief gespaltene Gesellschaft vorzufinden, die sich gegenseitig dafür kritisiert, nicht der anderen Meinung zu sein. Divide et impera?


Welche Entwicklungen sind nächstens zu erwarten? Was ist CO2 eigentlich und welche Rolle spielt der Klimakiller im klimatischen Geschehen? Über das und mehr in Teil 2. Stay tuned!


Text © Peter Philipp 2019