Es gab Zeiten, da wedelten die römischen Soldaten in Miniröcken durch den Kontinent, um ihn zu unterwerfen. Hannibal musste seinen Elefanten keinen Weg durch Schnee fräsen, als sie die Alpen überquerten und die Wikinger zogen Karotten in den Küstenregionen Grünlands (Grönlands). Es waren also Zeiten mit höherer durchschnittlicher Temperatur als heute. Wiederkehrende Zeiten.

Denn im Jahre 1540, aus dem sehr viel Arges überliefert ist, hielten die Südeuropäer Bittprozessionen für Regen ab, der auch in anderen Teilen Europas trotzdem ausblieb. Das Klima war also schon damals eine Glaubensfrage 😉

In Russland dagegen hatte man zu der Zeit ewig lange Schnee, Matsch und schwerste Überflutungen, doch in Westeuropa konnte man den Rhein, die Elbe oder die Seine trockenen Fußes durchschreiten. Mit natürlich verheerenden Folgen: Wassermangel ertötete Mensch, Tier und Pflanze, Krankheiten wie die Ruhr wurden zum Volksleid, Brände überzogen den Kontinent und Rauch verfinsterte die Sonne. Der erste und erlösende Regen fiel aber erst 1541.

In den europäischen Warmzeiten konnten im heutigen Deutschland Zitrusfrüchte (die bayrische Banane generierte wahrscheinlich einen evolutionären Übergang zur Weisswurst) gedeihen, in England Wein reifen, der wahrscheinlich nach Buttermilch schmeckte und in Luzern gab es frische Kokosmilch direkt von der Palme am Vierwaldstättersee.

In den Kaltzeiten marschierten schwedische Truppen über die gefrorene Ostsee, klugerweise nicht im Stechschritt, auch alle anderen Gewässer waren zugefroren (wir gedenken der holländischen Gemälde) und der Ackerbau auf Grönland war wieder erledigt im Sinne von tiefgekühlt.

Innsbruck übrigens lag in der Mindel- bzw. Riss-Eiszeit, also vor hunderttausenden von Jahren, unter dickem Eis, danach sehr lange unter Wasser. Erst nach dem Abschmelzen des Eises und nach dem Brechen der Endmoränendämme gab das Inntal ewig später den Talboden frei. Die Wasserschäden in der VOWA sollen gewaltig gewesen sein, was ein zeitgenössisches Dokument des frisch aufgetauten Geschäftsführers belegt.

Der Klimawandel ist sozusagen eine Konstante auf der seit 4,6 Milliarden Jahren durchs Weltall torkelnden Erde, aber zum Torkeln später mehr.

Wenn wir die oben beschriebenen Situationen klimatischer Veränderungen betrachten, so müssen wir sie als Fakten vorindustrieller Geschehnisse akzeptieren, also ohne menschlichen Einfluß darauf. Es gab auch damals die üblichen Vulkanausbrüche, Waldbrände, Zu- und Abnahmen des Gletschereises und der vereisten Polkappen und die Kühe furzten mit der selben Inbrunst wie heutzutage. Worüber sprechen wir eigentlich, wenn wir Klima sagen?


Das Klima wird beschrieben durch Messungen lokaler Wetterdaten über einen gewissen Zeitraum hinweg. Das will uns beibringen, dass das Wort Klima eine Sammlung an Daten darstellt mit dem Umkehrschluss, dass jene, die das Klima schützen wollen, Datenschützer werden müssten.

Daraus jedenfalls geht hervor, dass es langfristige lokale Messungen rund um den Globus geben muss, um zu relevanten Daten zu kommen und das über kritische Zeiträume hinweg. Die Klimatologen sprechen hier von mind. 30 Jahren, je mehr, desto besser (30 Jahre sind in den Messgewohnheiten der Klimatologen ein Gasstoß einer Fliege).

Klimamodelle dagegen sind keine Messungen, sondern numerische Berechnungen, die laut Weltklimarat (IPCC/ Teil 1) chronisch unzuverlässig sind und allerhöchstens als Wahrscheinlichkeitsberechnungen durchgehen. Der Einfluß des Kohlendioxides könne demnach nicht in der Umwelt, sondern nur in errechneten Modellen nachgewiesen werden, da das Klima ein chaotisches System sei, das keine Vorhersagen zuließe.

Dass so eine Aussage vom IPCC kommt (also Blau), amüsiert Rot nur in weinseligen Runden.


Die Messungen der Temperaturen liefen ab dem 18. Jhd. an. Wenn also heute darüber zu lesen ist, dass der Juni 2019 der wärmste jemals Gemessene war, so ist dies in diesem schmalen Zeitfenster einzuordnen (und dass der Mai 2019 einer der kältesten war, ebenfalls). Korrekterweise darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Messstationen seit damals flächendeckend ausgebaut- und auch über die Ozeane verteilt wurden, mit stetig präziserer Technik.

Die Temperaturen werden auch vom Weltraum aus erhoben, was insgesamt natürlich zu anderen Messergebnissen führt als zwei Dutzend auf Vollholz genagelte Quecksilberthermometer (dass die Messdaten der damals vereinzelten altmodischen Geräte durch Blau in die heutigen Klimamodelle mit einbezogen werden, amüsiert Rot nur millisekundenweise).

Seit die Daten der Messungen auswertbar wurden im Sinne von Tendenzen und Statistiken, gingen die Zeitungsmeldungen darüber in den letzten 100+ Jahren weit auseinander: Immer wieder war die große Hitze-Dürre prophezeit worden, dann wieder die Bevölkerungen vor der kommenden Eiszeit gewarnt worden.

Für erdgeschichtliche Interpretationen des Klimas sind Beweisführungen via Eiskernbohrungen, Baumringen, Versteinerungen oder Artefakten unterschiedlichster Arten selbstredend etwas vage, aber dennoch messbar und aussagekräftig.

Aus den Überresten könne man zB interpretieren, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre in jenen Zeiten, als es ein üppiges Wachstum der Wälder um ein Zehnfaches höher gewesen sein soll als heute. Das würde bedeuten, dass ein hoher CO2-Wert das Wachstum der Natur befeuern würde. Es mussten aber auch die Methanwerte höher gewesen sein, denn Dinosaurier verbliesen, so wie die Kühe noch heutzutage, ebenfalls hohe Volumina an Flatulenzen.

CO2, auch Klimakiller genannt, ist des Planeten Lebenselexier. Ohne Kohlendioxid gäbe es das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, nicht. In Gewächshäusern zB wird das Wachstum der Pflanzen durch die Beigabe von CO2 beflügelt. Denn dieses Gas ist ursächlich für Photosynthese und Zellatmung. Dabei handelt es sich um ein Spurengas, das sich im Mix der Atmosphäre erstaunlich schüchtern duckt:

Der Anteil von CO2 in der Luft liegt nämlich bei bloß 0,038%. Dominierend sind Stickstoff (78%) und Sauerstoff (21%). Da angeblich 96-97% des Kohlendioxides natürlichen Ursprunges sind, verbleiben 3-4% anthropogener Schöpfung, wenn diese Zahlen stimmen sollten (manche Quellen sprechen von 1-1,5%). Das bedeutet, dass der Mensch, wenn man den höchsten Anteil von 4% annimmt, mit ca. 0,00152% am Wachstum des CO2-Volumens beteiligt ist.

Dass ein Mensch jährlich, je nach Sportlichkeit, mehr oder weniger von einer Tonne CO2 ausatmet, ist hier nicht eingerechnet. 8 Milliarden Menschen sollten im Rahmen des Klimaschutzes eher nicht Radfahren, also.

Wir halten bei 380 ppm = parts per million: CO2-Moleküle im Luftgemisch, d.h. 380 Moleküle auf eine Million anderer herumhängender Verbindungen.


Die Wissenschaft glaubt zu wissen (Achtung: jene der roten Seite), dass es eine Latenz gibt zwischen dem Ansteigen der Temperaturen und dem CO2-Gehalt der Luft. Man stelle dazu ein Bier in die Sonne: Das CO2 wird in die Luft übergehen und das Bier fade, was eigentlich schade ist.

Und so sei es, dass das CO2, das in den Weltmeeren (ca. 70% der Erdoberfläche) gebunden wäre, erst dann in die Atmosphäre übergehe, wenn die Temperaturen stiegen – und nicht umgekehrt. Die Latenz, so die Berechnungen, liege bei ca. 600-800 (oder 500-1500, je nach Quellen) Jahren.

Und genau das ist der springende Punkt in der Klimadebatte – und das wird nochmals wegen seiner Wichtigkeit erwähnt: Wenn nämlich der CO2– Wert erst dann ansteigt, nachdem es die Temperatur getan hat, so wäre das Dogma des menschgemachten Klimawandels schlichtweg falsch.

Und was sagt die österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) dazu? Das: „Selbst wenn die Treibhausgaskonzentrationen auf den Werten aus dem Jahr 2000 konstant gehalten würden, wäre mit einem Temperaturanstieg von 0,1° C pro Dekade zu rechnen. Dies ist aufgrund der verzögerten Reaktion der Ozeane auf veränderte atmosphärische Bedingungen zu erklären.“ Also nichts.

Mit dem Satelliten Nimbus-A (und den nachfolgenden Nimbussen) hatte die Menschheit viel über das Kühlsystem der Erde gelernt. Demnach verhielte es sich so, dass es vorwiegend (zu 70%) die „Treibhausgase“ wären (zu denen auch CO2 zählt), welche die meiste der von der Sonne hereinflutenden Energie ins Weltall abstrahlen und so die Erde vor Überhitzung schützen würden. Paradox: Es würde nun vom IPCC behauptet und über die Medien entgegen des physikalischen Grundverstandes verbreitet, dass ein Mehr an CO2 zu einer schlechteren Kühlung führen soll.

Es zählt, was wir messen können, was auch für die Thesen des Al Gore gilt:

Zwar steigen die Meeresspiegel seit der letzten Eiszeit an (in diesem Jahrhundert um relativ konstante 1,47 mm/Jahr), aber weder die Malediven, noch Tuvalu sind untergegangen und der Kölner Dom steht ebenfalls nicht im Wasser.

Der Spiegel 1996

Auch die Polkappen gibt es noch und die Antarktis verzeichnete heuer die kältesten je gemessenen Temperaturen, nämlich um die minus 98,5 Grad. Die Gletscher Grönlands seinen laut NASA im Wachstum begriffen, während die Gletscher in Skandinavien konstant sind und jene in den Alpen im Rückzug begriffen. Auch die Anzahl großer Unwetter unterscheide sich im Mittel nicht zu früher.

Da die Erde noch immer aus der kleinen Eiszeit herausgeht und wir uns somit im Holozän (Nacheiszeitalter) befinden, steigen die Temperaturen seit dem 19. Jahrhundert wieder.


Das CO2, das nun über Verbrennungsprozesse in die Atmosphäre gelangt, war übrigens schon mal in der Atmosphäre. Erdöl zB besteht aus Sedimenten, also verstorbenen Algen und Meerestieren, die etwa ihre Schutzschilde (Panzer, Schalen etc) mit Hilfe von CO2 bildeten.

Was die Wissenschaft der roten Seite auch gern in den Modellen des IPCC sehen würde, wäre die Rolle der Sonnenaktivität, welche von ihnen als kausal betrachtet wird für das Weltklima, aber ebenso die Präzession der Erde, um das Thema des Torkelns kurz aufzunehmen.

Die Erdachse ist ja nicht fest verschraubt wie der Wohnzimmer-Globus, sondern sie pendelt und je nachdem, wohin sie pendelt, ändert sich nicht allein ihr Verhältnis zur Sonne, sondern auch das irdische Zusammenwirken von Winden, Strömungen und Temperaturen zu- und miteinander.

Diese Zusammenhänge seien aber so komplex, dass ein umfassendes Verständnis der Prozesse noch in weiter Ferne sei.


„Divide et impera“ (entzweie und herrsche) ist ein uraltes Prinzip der herrschenden Eliten, um die Bevölkerungen untertan zu halten. Anstatt einen Staat zu erobern, hetzt man Bevölkerungsgruppen gegeneinander auf, die über unterschiedliche religiöse oder ethnische Hintergründe verfügen. Das spart Zeit, vor allem indes Geld.

Oder man befasst sie mit streitbaren Themen (für welche sie sich im Glauben befinden, entscheiden zu können), wodurch sie abgelenkt sind von politischen Agenden, die währenddessen und teils gern klammheimlich durchgezogen werden. Ein alter Hut also……

Aber wir müssen feststellen, dass auch dies wiederkehrende Zeiten sind, denn dieser Tage entscheidet die Charakterstärke, auf welcher Seite man sich zu stehen leistet.
Noch vor 10 Jahren wurde relativ diffenziert über den Klimawandel berichtet, nun aber sind sich scheinbar alle einig. Ein Warnzeichen?


Eine Auto-Nation wie Deutschland hält einen Anteil von in das Erdenrund emittiertem, menschgemachten CO2 von in etwa 2,3%. Österreich liegt aufgrund seiner Schmächtigkeit weit darunter. Aber die 2,3 % an 0,00152% ergeben 0,00003%.

Die deutsche Autoindustrie wird im Laufe der nächsten Jahre zehntausenden von MitarbeiterInnen die Arbeitsstellen aufkündigen, um das Klima zu retten (bzw. in Wirklichkeit die Vorgaben erfüllen zu können (welche sie sich von der Politik widerstandslos aufoktruieren ließ) und sich vor dem Ruin zu retten).

Die E-/Hybrid- Autos werden bei einem Portfolio, über das Volkswagen verfügt, nicht den impact auf den Flottenverbrauch haben, den man bräuchte, um dem Gesetz zu entsprechen. Also wird man die Kosten der Herstellung irgendwie und irgendwo, aber nicht irgendwann, senken müssen.

Deshalb werden wir ebenfalls miterleben, wie Produktionsstandorte von Deutschland abgesiedelt werden. Denn die Strafzahlungen für die Autoindustrie werden gegen den Produktionsstandort schlagend sein. Prognose. Im Falle vom Volkswagen könnte das Szenario so aussehen: 2021 wird der Konzern an die 4,5 Millionen Fahrzeuge neu zulassen.

Im Flottenverbrauch wird VW in etwa 2,8 Gramm über den CO2-Grenzwerten liegen bei einer Strafe von 95€ pro Gramm pro Auto. Ergibt eine Strafe von 1,2 Milliarden Euro. Big Buisness!

Aber nur, um es verortet zu haben, in Deutschland (und Österreich). Nicht in Amerika, in China, Japan, Kanada oder gar Russland. Die nämlich haben andere Probleme.

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Aufklärung/Kant)



Es wird an keiner Möglichkeit mangeln, sich über die Ursachen des Klimawandels selbst zu informieren, auf beiden Seiten des Glaubens. Weil nun aber die anthropogen gerichtete Seite die Übermacht hat und jedem klar geworden sein sollte, dass wir die Schuld an Klimawandel tragen (nicht der Staat, nicht die Wirtschaft, sondern DU), werden wir von den Gegenargumenten genau so etwas hören wie über Greta.

Darüber zu schreiben passiert, aber so sind die Zeiten, auf einem schmalen Grat. Wir TirolerInnen jedoch sind sowas vom Berggehen eh gewohnt.

Erwartet den nächsten Beitrag.


Text & Fotos © Peter Philipp 2019